Ausstellungen
Claudius Schulze

»Spuren der Zerbrechlichkeit« – FIDS Open Research Lab

31. Mai - 7. August 2022

Wie geht es den Vögeln? DO LOOK UP!

Ein Kunstprojekt im Hamburger Hafen spürt mit Hilfe von hochauflösenden Kameras und Künstlicher Intelligenz der Stimmungslage von Zugvögeln nach – und übersetzt diese in menschliche Sprache. Ende Mai macht sich die »Zoë X« auf die Reise durch den Hamburger Hafen. Die ehemalige Schleppbarkasse ist jetzt die Grundlage des »FIDS Open Research Lab«, eines ambitionierten Projektes des Künstlers und Fotografen Claudius Schulze, das sich an der Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft bewegt.

Die ehemalige Schleppbarkasse »Zoë X« ist das Zuhause des FIDS Open Research Lab von Claudius Schulze. Immer mit dabei: Die Fluginformationsanzeigetafel. Foto: Nadja Bülow

Bis Mitte August wird das mit Kamera, zahlreichen Sensoren und anderer Technik ausgerüstete Boot Zugvögel beobachten, die über dem Hafen fliegen. Dabei werden Informationen zu Orientierung, Flugwegen und Kommunikation der Vögel gesammelt, von einer Künstlichen Intelligenz in Echtzeit interpretiert, in deutsche Sprache übersetzt und als Text angezeigt.

Zum Einsatz kommt dabei eine alte Tafel, die üblicherweise an Flughäfen die Ankunfts- und Abflugzeiten von Linienflügen anzeigt. Dieses »Flight Information Display System«, kurz FIDS, ist auf dem Schiff installiert. Menschen, die von der Hafenkante die »Zoë X« beobachten, können lesen, wie es den Vögeln geht, die gerade über ihren Köpfen am Himmel  vorbeiziehen, weil Bio-Indikatoren, die dem menschlichen Auge bisher verborgen blieben, erstmals live in eine verständliche Sprache übersetzt werden. Sätze wie »Lahme Vögel treiben Richtung Nord. Ein Schwarm Vögel zischt gen Ost. Zwei flotte Striche werden geblasen nach Norden. Ein panischer Vogel fliegt Richtung Süd.« schärfen den Blick der Zuschauer:innen für die meist unbemerkten Flugrouten und Lebensräume der Vögel im Stadtgebiet.

Die Auswirkungen der Hafenindustrie und Flächenversiegelung auf die Flugrouten der Vögel sind bis heute nur unzureichend beobachtet und erforscht. Das »FIDS Open Research Lab« unternimmt den Versuch, diese Lücke zu füllen und die gesammelten Daten durch ihre künstlerische Interpretation erfahrbar zu machen. Illustration: Claudius Schulze

Das »FIDS Open Research Lab« wird für jeweils zwei Wochen zunächst in der Bille, entlang der Elbe und im Hafen sowie den Wilhelmsburger Kanälen aber auch im Museumshafen Oevelgönne, am Sandtorhafen in der Hafencity und in Fahrt entlang der Elbe zu sehen sein.

Die verschiedenen Stationen können hier verfolgt werden: www.fids-openresearchlab.org

Das künstlerische Rahmenprogramm bildet eine Ausstellung unter dem Titel »Spuren der Zerbrechlichkeit«, die anhand einer ortsspezifischen Installation das fragile Verhältnis zwischen Mensch und Natur aufzeigt.

Die über den Projektzeitraum gesammelten Daten werden zudem am 6. August in einem Abschlussevent präsentiert, das parallel zum Vogelball im Wilhelmsburger Uferpark stattfindet.

Claudius Schulze
»Spuren der Zerbrechlichkeit«
Vernissage am 31. Mai 2022 um 19 Uhr, mit Grußwort von Anjes Tjarks (Senator für Verkehr und Mobilitätswende, Hamburg)
www.fids-openresearchlab.org

Kesselhalle des Kraftwerk Bille
Rothenburgsort
Anton-Ree-Weg 50
20537 Hamburg

Öffnungszeiten
Donnerstag, 2. Juni 2022, 17–21 Uhr
Freitag, 3. Juni 2022 bis Montag, 6. Juni 2022, 15-20 Uhr
sowie nach Vereinbarung: presse (at) claudiusschulze.com