DI.DAY Wechselrezept
Illustration: Florian Biege
Wir rollen unser Sushi selbst – und bezahlen es auch selbst! Dieses Rezept zeigt Dir, wie Du Dich von US-Zahlungsriesen löst, die Deine Daten verkaufen und von Händlern hohe Gebühren verlangen. Damit hängen Handel und Zahlungsverkehr in Europa heute auch von US-Sanktionen oder Firmenentscheidungen aus Kalifornien ab.
Wenn Du auf ein sicheres, faires und rein europäisches System umsteigen möchtest, kannst Du dieses Rezept kochen - auch, wenn Wero heute noch die nötige Verbreitung fehlt. Aber nach und nach kommen neue Händler hinzu.
1 bestehendes Girokonto:
Bei einer teilnehmenden Bank (derzeit Sparkasse, Volksbank, Postbank, GLS, ING-Diba. Weitere Banken folgen – welche, siehst Du hier).
1 kräftige Prise Kostenvorteil
Wero ist für Händler deutlich günstiger als PayPal, was langfristig faire Preise unterstützt.
1 Den »Carrier« aktivieren (Vorbereitung)
Im Gegensatz zu PayPal musst Du für Wero keine neue App eines Drittanbieters herunterladen und dort Deine Daten hinterlegen. Wero ist direkt in die App Deiner vertrauten Bank integriert (wenn Deine Bank Wero anbietet).
Öffne Deine Banking-App.
Suche nach »Wero« (oft im Bereich »Senden & Empfangen« oder »Mobiles Bezahlen«).
Aktiviere den Dienst mit wenigen Klicks. Fertig!
2 Geld senden in Echtzeit (Anrichten)
Wero nutzt SEPA Instant Credit Transfer. Das bedeutet: Dein Geld ist in unter zehn Sekunden beim Empfänger – rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr.
Du brauchst nur die Handynummer oder E-Mail-Adresse des Empfängers.
Das Geld fließt direkt von Konto zu Konto, ohne dass es auf einem Zwischenkonto, und schon gar nicht bei einem US-Konzern, »geparkt« wird.
3 Online-Shopping & Handel (Abschmecken)
Online: Achte beim Check-out auf das Wero-Logo. Händler wie eventim sind bereits dabei. Lidl, Decathlon, Rossmann oder Otto sollen folgen. Ähnlich wie bei Kreditkarten oder PayPal kann Wero dann beim Shopping im Internet zum Bezahlen verwendet werden.
Stationär: Ab diesem Jahr wirst Du mit Wero auch direkt an immer mehr Ladenkassen bezahlen können.
Grenzenlos: Wero ist paneuropäisch. Durch die Integration von Systemen aus Belgien, Frankreich und den Niederlanden entsteht ein echtes Netzwerk für ganz Europa.
4 Und wenn Wero nicht akzeptiert wird?
Auch die Bezahlung per Bankeinzug (SEPA-Lastschrift) oder per Rechnung und anschließender Überweisung sind konzernfrei. Beim Zahlungsanbieter Klarna sieht die Verbraucherzentrale Vor- und Nachteile.
Sollte deine Bank Wero noch nicht unterstützen? Oder suchst du weitere Zutaten für dein europäisches Portfolio? Dann wirst Du hier fündig:
Twint (Schweiz): Das Vorbild für Wero. Es ist in der Schweiz bereits Standard und soll künftig an Wero angebunden werden.
iDEAL (Niederlande): Der dortige Marktführer wird aktuell in Wero integriert, um ein gemeinsames europäisches Kraftpaket zu bilden.
Digitaler Euro: In Zukunft könnte Wero als technische Basis (»Carrier«) für den digitalen Euro dienen, was die europäische Finanz-Unabhängigkeit vollenden würde.
GNU TALER: Für OpenSource-Fans ist GNU TALER das perfekte Zahlungssystem mit höchsten Ansprüchen an Datenschutz für die Kunden und Steuertransparenz für Händler. Die GLS Bank bereitet eine Unterstützung vor. In der Schweiz kann in einzelnen Regionen schon mit Hilfe von TALER gezahlt werden.
Guten Appetit! Du hast einen riesigen Schritt zu mehr digitaler Unabhängigkeit gemacht.
And once you #DIDit – teile unseren Wechselpost und inspiriere andere dazu, ihre digitale Privatsphäre selbst in die Hand zu nehmen!
Der Digital Independence Day ist ein gemeinsames Projekt vieler Organisationen, koordiniert von Save Social – Networks For Democracy.