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DI.DAY Wechselrezept

Microsoft zu LibreOffice & Co.

Illustration: Florian Biege

Wir kochen endlich unsere eigene Suppe, auch, wenn es um Textverarbeitung, Tabellen oder Präsentationen geht: Denn bei Microsoft sind wir in einem geschlossenen System gefangen, das oft nur mit Abonnement und Cloudzwang (Datenabfluss- und Missbrauchsgefahr!) zugänglich ist.

Wenn Du Deine Texte künftig ohne Cloud und Preisgabe persönlicher Daten schreiben möchtest, kannst Du zu freien Office-Paketen wechseln:

Zutaten

1 Prise Vertrauen in Open Source

für Transparenz und Kontrolle über die eigenen Inhalte.

Nach Geschmack

Deine Dokumente im neuen (.odt) oder alten Microsoft-Format (.docx, .xlsx oder .pptx, siehe unten).

Zubereitung

1 Die passende Basis wählen

Entscheide Dich für eine der folgenden Alternativen:

  • LibreOffice: Die erste Wahl für Unabhängigkeit! Das Programm wird von der Open Source-Community gepflegt, ist uneingeschränkt kostenlos und läuft auf Windows, macOS und Linux.

  • Collabora Online & Collabora Office: Wenn Du Teamarbeit im Browser brauchst. Es nutzt den Kern von LibreOffice und kann auf eigenen Servern (z. B. mit Nextcloud) betrieben werden. Die gleiche Software kann auch auf dem Desktop und mobil genutzt werden.

  • SoftMaker Office: Die professionelle Lösung aus Deutschland (Nürnberg). Es bietet eine hervorragende Microsoft-artige Oberfläche und hohen Datenschutz – gegen geringe monatliche Bezahlung per Abo.

  • Keine Empfehlung geben wir derzeit für OnlyOffice – ein Paket aus quelloffenen Programmen, das sich stark am Stil von Microsoft orientiert und in vielen Nextcloud-Installationen integriert ist: Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine gelten Sanktionen gegen das mit Russland verbundene Unternehmen (Hintergründe u. a. bei der TU Berlin).

2 Anrichten & Umgewöhnen

  • Installation: Lade Dein Paket von der Herstellerseite herunter und installiere es auf Deinem Rechner.

  • Dateien öffnen: Die Alternativen können Microsoft-Formate lesen und schreiben (siehe unten).

3 Abschmecken

  • Umgewöhnung: Plane etwas Zeit ein, weil sich Details und Arbeitsabläufe von Word oder Excel unterscheiden können.

  • Teamarbeit: Willst Du Dokumente gleichzeitig mit anderen bearbeiten, brauchst Du eine Browser-Lösung wie Collabora. Denn lokal installierte Programme unterstützen diese Collaboration meist nicht.

Nachtisch

Wenn Du Dich von proprietären Systemen lösen möchtest, ist die Wahl des richtigen Dateiformats genauso wichtig wie die Wahl der Software. Das ideale Format für diesen Zweck ist das OpenDocument-Format (ODF). Hier sind die Gründe, warum ODF die beste Wahl für Deine digitale Souveränität ist:

1 Plattformunabhängig

Ein offener Standard, der auf Windows, macOS und Linux gleichermaßen funktioniert.

2 Unabhängig

Im Gegensatz zu Microsoft-Formaten wird ODF nicht von einem Konzern, sondern von einer großen Gemeinschaft gepflegt. Das verspricht langfristig Lesbarkeit und Transparenz.

3 Verbreiteter Standard

Programme wie LibreOffice nutzen ODF als Standardformat. Auch SoftMaker Office und FreeOffice können Dokumente in diesem Format verarbeiten und speichern.

4 Zukunftssicher

Da der Code offen ist, bist Du nicht darauf angewiesen, dass eine bestimmte Firma in zehn Jahren noch existiert, um Deine alten Briefe oder Tabellen zu öffnen.

Guten Appetit! Du hast einen riesigen Schritt zu mehr digitaler Unabhängigkeit gemacht.

And once you #DIDitteile unseren Wechselpost und inspiriere andere dazu, ihre digitale Privatsphäre selbst in die Hand zu nehmen!

Der Digital Independence Day ist
 ein gemeinsames Projekt vieler Organisationen, koordiniert von Save Social – Networks For Democracy.

Mehr Infos zum DI.DAY