DI.DAY Wechselrezept
Illustration: Florian Biege
Wer Google oder Apple Maps nutzt, zahlt mit seinen Standortdaten. OpenStreetMap (OSM) hingegen ist das »Wikipedia der Karten«: gemeinschaftlich gepflegt, transparent und datenschutzfreundlich. Dieses Rezept zeigt dir, wie du den Umstieg ohne Orientierungsverlust schaffst, wenn Du Dich für das Kartenwikipedia entscheiden willst.
1 Smartphone
Android oder iOS.
1 OSM-App Deiner Wahl
für Einsteiger zum Beispiel Organic Maps, CoMaps (schnell, übersichtlich, komplett offline) – für Profis OsmAnd (extrem funktionsreich, viele Ebenen).
Deine Google-Kontodaten
falls Du gespeicherte Orte exportieren möchtest. Bei Apple ist der Export leider mühsamer.
1 Die richtige App wählen
Apple / Google Maps sind All-in-One-Lösungen. In der OSM-Welt wählst Du die App, die zu Deinem Stil passt. Lade Dir CoMaps oder Organic Maps herunter, wenn Du einfach nur stressfrei von A nach B kommen willst, oder OsmAnd, wenn Du auch Wanderwege und kleinste Details suchst.
2 Gib Kartenmaterial zum Rezept (offline first!)
Im Gegensatz zu Google Maps basieren OSM-Apps darauf, dass Du Kartenmaterial vorab herunterlädst. Öffne die App und lade zum Beispiel Dein Bundesland oder Deine Region herunter. Vorteil: Du navigierst ab jetzt ohne Datenverbrauch und auch im Funkloch absolut flüssig.
3 Umzug Deiner Lieblingsorte (optional)
Hast Du viele Sterne bei Google Maps? Apple erlaubt nach unseren Recherchen leider nur, Lesezeichen für Lesezeichen einzeln in die neue App zu kopieren. Bei Android geht das auch »am Stück«:
Gehe am PC auf Google Takeout.
Wähle nur »Maps (Deine Orte)« aus und erstelle den Export.
Du erhältst eine Dabei mit der Endung .json oder .kml.
Diese Datei kannst du dir selbst per E-Mail schicken und in Organic Maps oder OsmAnd als Lesezeichen“ oder »Track« importieren.
4 Die Standard-App ersetzen
Lösche Google oder Apple Maps nicht sofort, aber verbanne die App vom Startbildschirm. Platziere deine neue OSM-App genau dort, wo vorher das Google-Icon war. Deine Gewohnheiten werden Dich in den ersten Tagen automatisch dorthin führen.
1 Genieße das neue Gefühl…
…nicht mehr bei jedem Schritt getrackt zu werden. Du wirst merken: Die Karten sind oft viel detaillierter, wenn es um Fußwege, Hausnummern oder kleine POIs (Points of Interest) geht. (Dieses Rezept hat DI.DAY-Fan Olaf Zelesnik für uns geschrieben.)
2 Weniger empfehlenswert…
…sind aus unserer Sicht andere alternative Angebote: Hinter der niederländischen Firma HereWeGo (ursprünglich Nokia Maps) steht ein Konsortium aus Audi, BMW und Mercedes Benz. Sie nutzt eigenes Kartenmaterial, überträgt Nutzendendaten aber u. a. an Facebook & Google. Standort- und Verkehrsdaten werden anonym erfasst. Waze (aus dem Google-Konzern) und MapsMe emfehlen wir ebenso nicht, weil Nutzende getrackt werden. Auch die Outdoor-App Komoot nimmt Kontakt zu Google, Facebook und anderen Servern auf und überträgt Daten.
Guten Appetit! Du hast einen riesigen Schritt zu mehr digitaler Unabhängigkeit gemacht.
And once you #DIDit – teile unseren Wechselpost und inspiriere andere dazu, ihre digitale Privatsphäre selbst in die Hand zu nehmen!
Der Digital Independence Day ist ein gemeinsames Projekt vieler Organisationen, koordiniert von Save Social – Networks For Democracy.