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DI.DAY Wechselrezept

Android-Handy ohne Google

Illustration: Florian Biege

Wir schreiben das Jahr 2026. Der gesamte Handymarkt ist von Google und Apple besetzt. Der gesamte Handymarkt? Nein! Von unbeugsamen Entwicklern bevölkerte Ecken des Internets hören nicht auf, den Monopolen Widerstand zu leisten…

Google und Apple beherrschen die Handymärkte ­– und Handys beherrschen zunehmend unser Leben. Kaum eine Bank, die ihre Dienste ohne Smartphone nutzbar hält, kaum ein Nahverkehrsverbund, der sich einfach ohne Handy nutzen ließe. Damit kommen Apple und Google an Daten aus vielen Lebensbereichen. Und nun erschwert es Google auf seinen Handys auch noch, Apps aus alternativen Quellen zu installieren. Angeblich soll das Handynutzer*innen schützen, es würgt aber vor allem alternative Playstores ab.

Wenn Du weiter frei entscheiden möchtest, was auf Deinem Handy läuft, empfehlen wir Geräte mit einem offene(re)n Betriebssystem, die Du online kaufen kannst: unser Rezept für Google-frei(er)e Handys, ganz ohne IT-Bastlerkenntnisse und Risiken. Apple-Telefone bieten diese Offenheit übrigens nicht - sie funktionieren nur mit Apples Betriebssystem.

Zutaten

1 Smartphone…

… fertig installiert kaufen. Du kannst alternative Betriebssysteme aber auch selbst installieren, siehe Topping.

1 Backup Deiner Daten…

… vom alten Handy: Kontakte, Fotos, Apps, Chatnachrichten.

1 Portion Neugier…

… und etwas Geduld und Toleranz, wenn nicht gleich alles auf Anhieb funktioniert.

Zubereitung

Plug & Play für Datenschutz: Bei vielen Onlinehändlern kannst Du fertige Telefone (fast) ohne Google mit vorinstallierten, unabhängig entwickelten Betriebssystemen auf Basis von Android kaufen. Die Geräte nutzen auch oft andere Appstores (wie F-Droid, Aurora Store) sowie Open Source Apps. Möglich, dass manche Anwendungen nicht (sofort) funktionieren. Und auf Dienste wie Google Pay darfst/musst Du verzichten.

Murena setzt auf /e/OS, ein datenschutzfreundliches Android ohne Google-Dienste, inklusive integrierter Cloud und eigenem App-Ökosystem mit »Advanced Privacy«. Ab 400 € bekommst Du ein Gerät (zum Beispiel Fairphone, SHIFTphone oder Pixel), das Dich nicht trackt – sondern Dir dient.

Die Genossenschaft Commown bietet nachhaltige Hardware wie das Fairphone 4 oder PinePhone mit /e/OS, Ubuntu Touch oder PureOS an – und das auch gemietet. Perfekt für alle, die nicht kaufen, sondern teilen wollen.

Fairphone ist der Klassiker für ethische Produktion: Das Fairphone 4/5 läuft mit Fairphone OS (Android ohne Google-Bloatware, aber mit Google Playstore und einigen Google-Trackern) oder /e/OS (über Murena oder Commown, siehe oben). Modular, reparierbar und langlebig – ab 600 €.

Mit dem Shiftphone 8 bekommst du ShiftOS (Android ohne Google). Du kannst aber auch mit etwas Aufwand ShiftOS L (Light – ohne Google-Dienste oder den Playstore) oder /e/OS installieren. Made in Hessen, nachhaltig und langlebig. Ab 600 €.

Bei Nitrokey (oder auch Freifon) kannst Du Telefone mit vorinstalliertem GrapheneOS kaufen – nach eigene Angaben »das sicherste Android-Telefon auf dem Planeten« – komplett frei von Überwachung durch Google, Apple, Meta & Co.

Nachtisch

Für noch Experimentierfreudigere und Linux-Fans gibt es das Volla Phone Quintus oder Plinius mit VollaOS: Dual-Boot mit Ubuntu Touch, bei Start lässt entweder ein Android-Betriebssystem (Volla OS) oder Ubuntu Touch starten. Das Telefon bietet ablenkungsfreies Design und maximale Freiheit: ab 600 €. Auf der Website gibt es eine gute Übersicht über die Vor- und Nachteile der beiden Betriebssysteme.

Fast namensgleich bietet das Jolla Phone mit Sailfish OS ein eigens Linux-Betriebssystem. Das Projekt begann in der Zeit der Nokia-Dominanz auf dem Handymarkt, als Entwickler auf ein offenes Betriebssystem setzen wollten, aber im Konzern keine Unterstützung erhielten. Noch erscheint uns manches recht experimentell – sicherlich nichts für Menschen, die lieber surfen als basteln.

Guten Appetit! Du hast einen riesigen Schritt zu mehr digitaler Unabhängigkeit gemacht.

And once you #DIDit – teile unseren Wechselpost und inspiriere andere dazu, ihre digitale Privatsphäre selbst in die Hand zu nehmen!

Der Digital Independence Day ist
 ein gemeinsames Projekt vieler Organisationen, koordiniert von Save Social – Networks For Democracy.

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