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Krankengeld und Teilrente

Ab 2027 ändert sich eine wichtige Regel

Einige Kolleg*innen, die im Rentenalter sind und neben der Rente weiterarbeiten, kennen den Trick mit der Teilrente: Man lässt sich nur 99,99 Prozent der Rente auszahlen und verzichtet auf einen minimalen Rest. Das reicht aus, um rechtlich als Teilrentner*in zu gelten und damit den Krankengeldanspruch zu behalten, denn § 50 SGB V schließt Krankengeld bisher nur bei der vollen Rente aus. Ab 1. Januar 2027 ist damit leider Schluss, das sollten alle betroffenen Kolleg*innen auf dem Schirm haben.

Der Bundestag hat am 10. Juli 2026 das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz beschlossen, seit dem 30. Juli 2026 ist es in Kraft. Die neue Grenze liegt bei zwei Dritteln der Vollrente, darüber entfällt der Krankengeldanspruch künftig, egal ob formal eine Teilrente oder eine Vollrente vorliegt. Der 99,99-Prozent-Trick landet damit weit über der neuen Schwelle und verliert seine Wirkung komplett.

Wer ist betroffen? Wer gesetzlich krankenversichert ist, in der Regel über die KSK, eine hohe Teilrente bezieht und weiterarbeitet. Bei der Vollrente gab es sowieso schon immer kein Krankengeld, daran ändert sich nichts. Für Selbstständige ändert sich konkret die Zeit ab der siebten Krankheitswoche: die ersten sechs Wochen sind ohnehin unbezahlt, weil kein Arbeitgeber den Lohn fortzahlt, aber ab Woche sieben sprang bisher das Krankengeld ein. Genau das fällt bei hoher Teilrente ab 2027 weg.

Zwei Optionen bleiben. Entweder auf die volle Rente umstellen, dann geht wenigstens kein Rentenanteil mehr grundlos verloren, oder die Teilrente auf höchstens zwei Drittel absenken, um den Krankengeldanspruch zu behalten, allerdings mit dauerhaft weniger Rente. Einkommen, Gesundheitszustand und die eigene Risikobereitschaft entscheiden, welcher Weg passt, am besten bespricht man das vorab mit der Deutschen Rentenversicherung.

Rein rechnerisch würde ein Antrag im Dezember 2026 reichen, eine Änderung der Rentenquote wirkt erst ab dem Folgemonat. Beratungstermine sind aber nicht immer kurzfristig zu bekommen, daher lieber im Herbst darum kümmern statt bis zum letzten Moment zu warten.