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Hamburg Portfolio Review 2026

»FEMALE FOCUS«

September 24 2026
November 13 2026

Foto: Jana Margarete Schuler

1.238 Einreichungen aus 95 Ländern: Vom 24 bis 26. September 2026 bringt die Hamburg Portfolio Review 100 ausgewählte Fotograf*innen mit führenden Bildredakteur*innen, Kurator*innen und Entscheidungsträger*innen aus internationalen Medien, Museen und Kulturinstitutionen zusammen.

Aus 1.238 Bewerbungen mit 1.962 Projekten und 18.144 Bildern aus 95 Ländern wurden 100 Fotograf*innen für die Teilnahme ausgewählt.

Zu den Reviewern gehören Vertreter*innen von The New York Times, National Geographic, The Washington Post, Reuters, The Wall Street Journal, Getty Images, Newsweek Japan, Neue Zürcher Zeitung, Frankfurter Allgemeine Zeitung und dem Istanbul Museum of Modern Art.

Am 26. September finden rund 400 Einzel-Portfolio-Reviews online statt, bei denen die ausgewählten Fotograf*innen mit mehr als 50 internationalen Expert*innen zusammengebracht werden. Die Teilnahme ist kostenfrei und ermöglicht es Fotograf*innen, unabhängig von ihrem Standort oder ihren finanziellen Möglichkeiten teilzunehmen.

»In einer Zeit, in der künstliche Intelligenz und wirtschaftlicher Druck die professionelle Fotografie rasant verändern, werden starke individuelle Stimmen und der direkte internationale Austausch wichtiger denn je.«

Heike Ollertz, Fotografin und Mitbegründerin der Hamburg Portfolio Review

Foto: Maria Høy Hansen

Im sechsten Jahr der Hamburg Portfolio Review (HPR) präsentiert die FREELENS Galerie bewusst ausschließlich weibliche fotografische Positionen und stärkt damit die Sichtbarkeit von Fotografinnen im internationalen Kontext. Trotz der bedeutenden Beiträge von Frauen zur zeitgenössischen Fotografie bestehen weiterhin strukturelle Ungleichheiten bei Repräsentation, Förderung und öffentlicher Wahrnehmung.

»Female Focus« versteht sich als Beitrag zu mehr Geschlechtergerechtigkeit, Diversität und kultureller Teilhabe. Fünfzehn internationale Fotografinnen zeigen Arbeiten, die von militärischer Erziehung über generationenübergreifende Erinnerung bis zu Krieg, Alter und Identität reichen – und damit die Vielfalt zeitgenössischer Fotografie sichtbar machen.

Laura Riis eröffnet die Ausstellung mit einem Blick auf eines von nur sechs Mädchen-Militärinternaten Pakistans, wo junge Kadettinnen zwischen Disziplin und Selbstermächtigung eigene Wege in einer strukturell ungleichen Gesellschaft suchen.

Während diese jungen Frauen innerhalb einer der hierarchischsten Institutionen des Landes nach Freiheit suchen, richtet Mathilde Mazars ihren Blick auf eine andere schwierige Realität, mit der junge Menschen konfrontiert sind: Sie begleitet die staatenlose Bajau-Gemeinschaft vor der Küste Borneos, deren jüngere Generation trotz verweigerter Bürgerrechte neue Räume kultureller Selbstbehauptung schafft.

Von einer geopolitischen Peripherie verlagert sich der Blick auf die soziale Topografie einer deutschen Stadt:
Jana Islinger untersucht, wie eine unsichtbare Nord-Süd-Grenze in Duisburg die Biografien junger Frauen prägt, und verbindet dabei ihre eigenen Familienerinnerungen mit gegenwärtigen strukturellen Ungleichheiten.
Lucia Alonso Garrido interessiert sich ebenfalls für Lebensentwürfe jenseits gesellschaftlicher Erwartungen – sie porträtiert Frauen in ihren Achtzigern, die als Mitglieder eines Lissabonner Kollektivs das Altern nicht als Rückzug, sondern als Ausdruck von Vitalität und Sichtbarkeit begreifen.

Foto: Lucia Alonso Garrido

Auch Chantal Pinzi dokumentiert einen Bruch mit Konventionen: marokkanische Reiterinnen, die sich durch Tbourida, eine historisch von Männern dominierte Reittradition, ihren Platz im kulturellen Erbe ihres Landes erobern. Statt in die Vergangenheit richtet Paula Hornickel den Blick in die Zukunft: Ihre Fotoserie untersucht das Zusammenleben von Mensch und Roboter in Deutschland in Pflege, Forschung und Alltag und wirft Fragen zu den sozialen und ethischen Auswirkungen dieser neuen Nähe auf.

Im Gegensatz zu dieser Verbindung von Mensch und Maschine konzentriert sich Claudia Deganutti auf Menschlichkeit, Wärme und Selbstbestimmung. Sie begleitet zwei Männer mit Down-Syndrom in ihrem gemeinsamen, selbstständigen Alltag und hinterfragt verbreitete Vorurteile und Annahmen über Behinderung. Im häuslichen Umfeld verorten Rona Bar und Ofek Avshalom ihre Arbeit in einer jüdischen Mutter-Tochter-Beziehung in London, in der sich Kunst, Erinnerung und queere Identität miteinander verbinden.

Von familiärer Intimität verlagert sich der Fokus auf kollektiven Widerstand: Jana Margarete Schuler porträtiert die Luchadoras von Ciudad Juárez, Wrestlerinnen, die nicht nur in den Ring steigen, um gegen ihre Gegnerinnen anzutreten, sondern auch, um geschlechtsspezifischer Gewalt und Unsichtbarkeit entgegenzutreten.

Vom Wrestling-Ring als Schutzraum richtet sich der Blick unmittelbar auf die prekäre Realität eines Landes im Krieg: Viktoria Sorochinski kehrt während des Krieges in die Ukraine zurück und konzentriert sich in der Fortführung ihres Langzeitprojekts über Poltawa weniger auf die Zerstörung als auf das stille Fortbestehen des Alltags im Schatten des Konflikts. Maria Høy Hansen sucht ebenfalls nach Momenten der Erholung und Kontinuität: Ihre Reportage über ein Ferienlager für ukrainische Kinder in den Karpaten zeigt, wie selbst mitten im Krieg für zehn Tage ein Raum ohne Luftalarm und Angst entstehen kann.

Foto: Chantal Pinzi

Im Gegensatz zu dieser Verbindung von Mensch und Maschine konzentriert sich Claudia Deganutti auf Menschlichkeit, Wärme und Selbstbestimmung. Sie begleitet zwei Männer mit Down-Syndrom in ihrem gemeinsamen, selbstständigen Alltag und hinterfragt verbreitete Vorurteile und Annahmen über Behinderung. Im häuslichen Umfeld verorten Rona Bar und Ofek Avshalom ihre Arbeit in einer jüdischen Mutter-Tochter-Beziehung in London, in der sich Kunst, Erinnerung und queere Identität miteinander verbinden.

Von familiärer Intimität verlagert sich der Fokus auf kollektiven Widerstand: Jana Margarete Schuler porträtiert die Luchadoras von Ciudad Juárez, Wrestlerinnen, die nicht nur in den Ring steigen, um gegen ihre Gegnerinnen anzutreten, sondern auch, um geschlechtsspezifischer Gewalt und Unsichtbarkeit entgegenzutreten.

Vom Wrestling-Ring als Schutzraum richtet sich der Blick unmittelbar auf die prekäre Realität eines Landes im Krieg: Viktoria Sorochinski kehrt während des Krieges in die Ukraine zurück und konzentriert sich in der Fortführung ihres Langzeitprojekts über Poltawa weniger auf die Zerstörung als auf das stille Fortbestehen des Alltags im Schatten des Konflikts. Maria Høy Hansen sucht ebenfalls nach Momenten der Erholung und Kontinuität: Ihre Reportage über ein Ferienlager für ukrainische Kinder in den Karpaten zeigt, wie selbst mitten im Krieg für zehn Tage ein Raum ohne Luftalarm und Angst entstehen kann.

Die Arbeit von Laura Anna Rossa beschäftigt sich mit einer ganz anderen Form von Schutz und Fürsorge: Über einen Zeitraum von zwei Jahren begleitet sie die Bewohner*innen einer psychiatrischen Langzeitpflegeeinrichtung in Belgien und macht sichtbar, was in einem zunehmend von Effizienz bestimmten Gesundheitssystem verloren zu gehen droht.

Yiming Zhu übersetzt die Beziehung zwischen weiblicher Arbeit und Spiritualität in eine völlig andere Bildsprache: Ausgehend von der chinesischen Seidenraupenzucht zeichnet sie vergessene Geschichten weiblicher wirtschaftlicher Tätigkeit und Fruchtbarkeit nach.

Von der Seidenraupe zur Blume: Delphine Blast richtet ihren Blick auf die verborgene Gewalt hinter scheinbarer Schönheit – auf kolumbianischen Blumenfarmen dokumentiert sie die Manipulation von Blüten und die daraus resultierenden körperlichen und gesundheitlichen Belastungen für die Arbeiterinnen.

Den Abschluss der Ausstellung bildet Zahra Motallebi, deren Serie über trans Frauen und Drag-Performer*innen im Iran über einen Zeitraum von drei Jahren eine Welt sichtbar macht, deren Existenz in ihrem Heimatland offiziell geleugnet wird – ein eindringliches Plädoyer für das Recht auf Sichtbarkeit, das durch die gesamte Ausstellung nachhallt.

Die Ausstellungseröffnung findet im Rahmen der 6. HPR am 24. September in der FREELENS Galerie in Hamburg statt.

Kuratiert von Nina Röder & Peter Lindhorst

Foto: Bedel

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