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Hamburger Flachbauten

Peter Bruns & Claas Möller

Mai 07 2026
Juni 04 2026
13.04.2026

Silbersackstrasse / Querstrasse, St. Pauli
Foto: Peter Bruns & Claas Möller

Mit der Ausstellung »Hamburger Flachbauten« zeigte die FREELENS Galerie vom 8. Mai bis 4. Juni 2026 eine gemeinsame Arbeit der Fotografen Peter Bruns und Claas Möller. Die Ausstellung fand im Rahmen des 11. Hamburger Architektur Sommers statt und widmete sich einem oft übersehenen, zugleich aber prägenden Bestandteil der Hamburger Stadtlandschaft: den kleinen, meist ein- bis zweigeschossigen Gebäuden, die sich über das gesamte Stadtgebiet verteilen.

Hamburg ist bekannt für Backsteinarchitektur, Kontorhäuser und repräsentative Gründerzeitfassaden. Doch zwischen mehrgeschossigen Nachbarbauten, in Kriegslücken, auf Restflächen oder als Spuren älterer Bebauung finden sich immer wieder niedrige Gebäude, die wie architektonische Zwischenrufe im Stadtraum stehen. Manche wirken provisorisch, andere aus der Zeit gefallen, viele sind bedroht durch Abriss, Verdichtung und steigende Grundstückswerte. Genau diesen Bauten galt der fotografische Blick von Peter Bruns und Claas Möller.

Leder Israel
Foto: Peter Bruns & Claas Möller

Für ihr Projekt wurden die beiden FREELENS Kollegen mit dem Georg-Koppmann-Preis 2024 ausgezeichnet. In ihrer Serie verbinden sie präzise Architekturfotografie mit einer aufmerksamen Beobachtung städtischer Veränderungsprozesse. Die Fotografien zeigen nicht nur Gebäude, sondern erzählen auch von Geschichte, Nutzung, Nachbarschaft und vom Wandel einer Stadt, in der vermeintliche Nebenschauplätze zunehmend verschwinden.

In der FREELENS Galerie wurden die »Hamburger Flachbauten« als vielschichtige Betrachtung urbaner Räume sichtbar. Die Arbeiten machten deutlich, wie stark auch unscheinbare Architektur das Bild einer Stadt prägt. Gerade im Kontrast zur höheren Nachbarbebauung treten die Flachbauten als Brüche, Lücken und Erinnerungsorte hervor. Sie verweisen auf Kriegsfolgen, Nachkriegsmoderne, gewachsene Quartiersstrukturen und auf eine Alltagsarchitektur, die selten im Mittelpunkt öffentlicher Aufmerksamkeit steht.

Die Ausstellung eröffnete damit einen konzentrierten Blick auf Hamburg jenseits der bekannten architektonischen Wahrzeichen. Sie lud dazu ein, das Stadtbild neu zu lesen und jene Gebäude wahrzunehmen, die häufig übersehen werden, obwohl sie viel über die Geschichte und Gegenwart der Stadt erzählen. Als Architekturbetrachtung, Zeitdokument und Sozialstudie zugleich setzte »Hamburger Flachbauten« den bedrohten kleinen Bauten Hamburgs ein fotografisches Denkmal.

Mit dieser Ausstellung zeigte die FREELENS Galerie eine Arbeit, die lokale Stadtgeschichte, fotografische Genauigkeit und gesellschaftliche Beobachtung miteinander verbindet. Peter Bruns und Claas Möller machten sichtbar, dass Stadt nicht nur aus großen Gesten und prominenten Fassaden besteht, sondern auch aus den unscheinbaren Orten dazwischen – aus Resten, Übergängen und Gebäuden, die gerade durch ihre Verletzlichkeit und Eigenart Bedeutung gewinnen.

Das dazugehörige Buch der beiden Kollegen gibt es hier

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