Hamburg Portfolio Review 2025
Foto: Lee-Ann Olwage
Mit der Ausstellung »CLIMATE REALITIES – Stories from a Changing World«, die vom 25. September bis zum 13. November 2025 in der FREELENS Galerie zu sehen war, präsentierte die Hamburg Portfolio Review 2025 internationale fotografische Positionen, die sich mit den sichtbaren und unsichtbaren Folgen des Klimawandels auseinandersetzten. Die ausgewählten Arbeiten beleuchteten den Verlust der Biodiversität, die sozialen Herausforderungen ökologischer Transformationsprozesse sowie die fragile Symbiose zwischen Mensch und Natur. Sie eröffneten einen Dialog zwischen globalen Perspektiven und lokalen Realitäten und erzählten von ökologischen Krisen, menschlicher Widerstandskraft und visionären Ideen für eine lebenswerte Zukunft.
Aus 1.438 Einreichungen aus 98 Ländern wurden 16 Fotograf*innen für die HPR 2025 ausgewählt. Ihre Beiträge zeigten ein breites Spektrum fotografischer Strategien – von langfristigen dokumentarischen Projekten und investigativem Fotojournalismus bis hin zu poetischen wie konzeptuellen Ansätzen. Die Ausstellung thematisierte unter anderem den tiefgreifenden Eingriff des »Tren Maya« in den mexikanischen Regenwald (Axel Javier Sulzbacher), die durch Salzabbau bedrohte Küstenstadt Maceió in Brasilien (Maíra Erlich) sowie den radikalen sozioökologischen Wandel in Laos (Nicholas Bosoni).
Foto: Mas Agung Wilis Yudha Baskoro
Weitere Arbeiten berichteten von informellen »Waste Miners«, die als zentrale Akteure einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft agieren (Francis Ogunyemi), vom bedrohten Ökosystem des afrikanischen Kivusees, geprägt von Dürre, vulkanischen Gasen und politischen Spannungen (Paloma Laudet), sowie von den gravierenden ökologischen und sozialen Folgen des Nickelabbaus in Indonesien (Mas Agung Wilis Yudha Baskoro).
Ergänzend beleuchteten weitere Positionen die Auswirkungen des Klimawandels im Iran und deren gesellschaftliche Konsequenzen (Mahdi Barchian), den nachhaltigen Umgang mit dem Ozean durch die Mwani-Frauen auf Sansibar (Lee-Ann Olwage) sowie die Rekultivierung ehemaliger Braunkohletagebaulandschaften in Deutschland (Thomas Victor). Die ethischen Fragen industrieller Nutztierhaltung standen im Zentrum des Beitrags von Telke Jungjohann.
Foto: Skander Khalif
In »Where Dust and Water Dream Together« untersuchte Skander Khalif Tunesien als Mikrokosmos globaler Klimarealitäten, während »Saving the Harbor Porpoise« (Lana Tannir) konkrete Bemühungen im Artenschutz sichtbar machte. Marina Sychevas »Save the Sea« dokumentierte zivilgesellschaftliches Engagement infolge einer Ölkatastrophe. Fabio Cian erforschte mit »Ubiquitous Anomaly« die globale Klimawissenschaft, Jaakko Kahilaniemi verband in »Natural Alchemy with a Cocktail of Love« Naturbeobachtung mit philosophischer Reflexion, und Jasper Hill beleuchtete in »Land of the White Mountains« die langfristigen Folgen des Kalibergbaus für die Düngemittelproduktion.
»CLIMATE REALITIES – Stories from a Changing World« widmete sich einem Thema, das längst Realität ist und dennoch auf internationaler politischer Ebene häufig unzureichende Aufmerksamkeit erhält. Während politische Entscheidungsträger*innen Maßnahmen verzögerten oder abschwächten, machten die gezeigten Bilder sichtbar, was vielerorts bereits Alltag geworden ist: zerstörte Ökosysteme, veränderte Lebensgrundlagen, bedrohte Arten – und Menschen, die widerstehen, sich anpassen und neue Wege finden. Die Ausstellung zeigte eindrücklich, wie Fotografie dazu beitragen kann, die drängendsten Fragen und Herausforderungen unserer Zeit sichtbar und erfahrbar zu machen.
Die Ausstellung wurde von Nina Röder und David Kern kuratiert.
Vernissage Fotos: Olivia Lehmann
Ausstellungsbilder: Finn Jahnke
Mit großzügiger Unterstützung von: