Ausstellung
Wassilis Aswestopoulus

Szenen des Überlebens

5. März - 5. März 2022

Im Rahmen des 21. Chemnitzer Friedenstages zeigt der Aachener Fotojournalist Wassilis Aswestopoulos in seiner Ausstellung »Szenen des Überlebens« Fotografien aus griechischen Flüchtlingslagern. Viele Akteure gestalten gemeinsam den Friedenstag, um an die Schrecken des Zweiten Weltkrieges zu erinnern und ein Zeichen für ein friedliches Miteinander, Demokratie und Weltoffenheit zu setzen.

»Seit 2008 habe ich tausende von Fotos zu Geflüchteten und Migranten gemacht. Jedes der Fotos entstand nach dem Motto der Pressefotografen: Geh hin, wo andere wegrennen, dokumentiere, erstelle Fotos und zeige sie. Damit nie wieder jemand sagen kann, das haben wir alles nicht gewusst. Eine Auswahl dieser Fotos wurde von lieben Freunden in Chemnitz, Aachen und Erlangen durchgesehen, die Wahl fiel auf die hier präsentierte Serie«, so Wassilis Aswestopoulus über seine Arbeit.

Geflüchtete in einem provisorischen Camp in Idomeni, an der griechisch-mazedonischen Grenze, 2016. Foto: Wassilis Aswestopoulus

»Viele der ausgewählten Bilder stammen aus Idomeni. 2016 war das der Ort an der Grenze zwischen Nordmazedonien und Griechenland, der Zaun, vor dem Geflüchtete festsaßen. Heute erleben wir ähnliche Szenen an der Grenze von Polen zu Weißrussland oder an der türkisch-griechischen Grenze. Im Unterschied zur heutigen Realität kamen damals Fotografinnen und Fotografen ungehindert an die Grenze und konnten frei dokumentieren, was sie sahen. Mittlerweile ist die Situation eine andere.«

Hinterlassener Babyschnuller am NATO-Stacheldraht der griechisch-mazedonischen Grenze. Foto: Wasslis Aswestopoulus

»Eine Fotografin oder ein Fotograf ist in der Rolle eines Boten von Ereignissen, nicht der Richter über das, was die Menschen mit der Information machen. Fotografinnen und Fotografen als Augenzeugen der Ereignisse stehen im Augenblick der Aufnahme vor mehreren Fragen. Was sehe ich? Was empfinde ich? An was erinnert es mich? Wie kann ich meinen Eindruck bildlich so erfassen, dass andere es auch sehen? Wie setze ich das technisch um?

Und wieder ein Klischee. Die beste Kamera der Welt ist in solchen Momenten eben die Kamera, die man zur Hand hat. Sie und die Kenntnis darüber, was sie bestimmen kann, was möglich ist.
Es ist eine Kette von Fragen, die in Bruchteilen von Augenblicken beantwortet werden müssen – sonst ist das Motiv weg. Wir, Fotografinnen und Fotografen sehen durch das Objektiv der Kamera, objektiv sind wir selbst nicht.«

Wassilis Aswestopoulus
Szenen des Überlebens

Vernissage am 5. März 2022 um 11 Uhr, Gesprächspartner: Verein Humain Aid Collective e.V.

Chemnitzer Friedenstag
Neumarkt Open-Air, 09111 Chemnitz
Das vollständige Programm des Friedenstages ist hier zu finden:
www.chemnitz.de/chemnitz/de/unsere-stadt/friedenstag/index.html