Vonn wegen Sex

Zwei Wintersportfotos in der Diskussion

 

Pünktlich zur Anfangsphase der Winterolympiade stehen zwei Fotos in der Diskussion. Eines davon ist ein Bild der US-amerikanischen Skiläuferin Lindsey Vonn, das gerade den Titel von Sports Illustrated schmückt. Die Goldmedaillenfavoritin ist darauf in der typischen Abfahrtshocke zu sehen. Jetzt führt man tatsächlich eine Kontroverse darüber, ob das Foto sexistisch sei.


Das für den Titel von „Sports Illustrated“ vewendete Foto der Sportlerin Lindsey Vonn

Die Sportsoziologin Nicole M LaVoi von der Universität Minnesota äußerte ihre Kritik: „Wenn Frauen auf dem Titel von ‚Sports Illustrated’ auftauchen, dann tun sie es wahrscheinlicher in sexualisierten Posen und nicht in Action“, schimpft sie „Das jüngste Vonn-Cover bildet da keine Ausnahme.“ Konservative Christen stiegen sofort in diese Missbilligung ein. Ob die Kritiker jemals ein Skirennen gesehen haben, ist nicht bekannt, könnte aber bezweifelt werden. Was aber klar ist: Amerikaner denken immer nur an das Eine.

Auch um Bilder vom Todessturz des georgischen Bobpiloten Nodar Kumaritaschwilis gibt es Streit. Die Bild-Zeitung durfte noch ein Foto des an einem Pfeiler aufprallenden Athleten ungestraft veröffentlichen. Als dann die Süddeutsche Zeitung ein harmloseres Foto publizierte, empörten sich Leser und Kommentatoren.

Die SZ rechtfertigte sich in der Rubrik „In eigener Sache“ folgendermaßen: „Auch in der Redaktion wurde kontrovers diskutiert, ob man den georgischen Rodler in den Sekundenbruchteilen vor seinem tödlichen Aufprall gegen einen Metallpfeiler zeigen sollte. Einige Redakteure fanden es unangemessen, mehrere degoutant, andere wiederum notwendig, um sowohl die Dimension des Unfalls als auch seinen Hergang zu zeigen. Im Zusammenhang mit dem zweiten Bild auf der Seite – auf dem die umgebaute Passage der tödlichen Kurve zu sehen war – sollte außerdem erkennbar gemacht werden, welche Maßnahmen (zu spät) ergriffen worden waren, um die Bahn sicherer zu gestalten.“


Screenshot der SZ-Internetseite mit dem kritisierten Foto


Eingestellt von Manfred Scharnberg in